Interim Management im Wandel der Zeit

Heute habe ich das Buch „Interim Management. The new career choice for senior managers“ von Dennis Russell und Ian Daniell erhalten, sofort studiert und es inspiriert mich dazu ein paar Gedanken hier festzuhalten.

Beide Autoren beschäftigen sich seit vielen Jahren mit dem Thema Interim Management. Dennis Russel war der Director einer Outplacement Agentur und für 5 Jahre der Client Service Director für einen Interim Management Service Provider (IMSP). Ian Daniell gründete seine  eigene IMSP und war für drei Jahre der Chairman der Interim Management Association.

Sehr anschaulich wird die Veränderung der Profession des Interim Managers in dem Buch beschrieben, was ich durch meine Erfahrung durchaus bestätigen kann:

  • Vor vielen Jahren war die Profession des Interim Managers ein Paradoxum! Interim Manager wurden damals primär ältere Herren, welche aus unterschiedlichen Gründen (zu hohe Personalkosten, mangelnde Veränderungsbereitschaft, etc.) entlassen wurden. Andere Firmen sahen genau in diesen Aspekten „Alter“ und „Seniorität“ ein Synonym für „Erfahrung“ und „Erfolg“. [RUSS05, S.8]
  • Die Autoren betonen deutlich, dass in der Profession des Interim Managers insbesondere „Ergebnisse“ zählen. Dies möchte ich unterstreichen! Persönlich möchte ich folgende Frage in den Raum stellen: IstAlter ein angemessenes Kriterium für Erfahrung und Ergebnisorientierung ? Meiner Meinung nach: NEIN. Für wen würdert Ihr euch entscheiden?
    1. Ein 60-jähriger Vize President Sales, der seit 20 Jahre erfolgreich Ergebnisse  erzielt (Anahme: gute Marktbedingungen (Monopol), gute Produkte und ein gutes Sales Team)
    oder
    2. ein 40-jähriger Allrounder, der 5 Firmen hochgezogen hat, die Expansion in 10 Ländern eigenhändig iniitiert hat, 5 Lean-Conversion vollzogen und für 3 Firmen den Turn-Around erfolgreich gemanaged hat?
  • Interim Management ist, gemäss den Autoren, heute ein freiwilliger Life-Style (genau wie Lean) der folgende Schlagwörtern vereint: Challenge, Variety, Professionalism (doing a good job, using skillset, strong result focus, job satisfaction), no Corporate Life, Work/Life balance, Skillset

Aus meiner Sicht decken sich viele Indizien und Erfahrungsberichte in diesem Buch mit meiner persönlichen Definition des „idealen Interim Managers“:

Der heutige Interim Manager:

  • ist meist zwischen 33 und 55 Jahre alt
  • hat viele Jahre Erfahrung in der Beratung gesammelt (damit einhergehend die Fähigkeit sich, mit wechselnden, meist internationalen Teams, schnell in die Aufgabenstellung der Mandaten einzuarbeiten, die richtigen Fragen zu stellen, Hypothesen zu bilden und diese durch Fakten zu untermauern)
  • weisst zusätzlich Erfahrung als Manager in voller Ergebnis- und Personalverantwortung  auf (bedeutet die Hypothesen auch verantwortlich umsetzten, kontrolliert und ständig verbessern) und entwickelt sein „Team“ weiter (idealerweise bis man sich selbst redundant gemacht hat)
  • hat Extremsituation erfolgreich gemeistern (und liebte diese Herausforderungen), wie z.B. Turnaround, Post-Merger-Integration, Expansion, Standortverlagerung, Einführung neuer IT- oder Führungssysteme (z.B. Lean)
  • bildet sich ständig in seiner Freizeit weiter
  • spricht mindesten 3 Sprachen
  • ist Meister im Zeitmanagement und führt vielleicht sogar noch ein glückliches Familienleben mit Kindern

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